There is no I in Team

Geschafft! Wir haben vier Seillängen erschlossen. Wie geplant von unten daher verzeihe man uns den ein oder anderen Spit an der falschen Stelle oder zu viel. Was lässt sich darüber berichten?

Da wäre wahrscheinlich zuerst die Müdigkeit, die einen ab dem zweiten Tag in der Wand durchdringt und schon morgens um 07 Uhr beim jumarn an den Arbeitsplatz den Gedanken aufkommen lässt, dass es doch viel einfacher wäre, sich einen Tag Pause zu gönnen. Oder gleich ein anderes Hobby zu suchen.

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Zeit zum Träumen

Und dann wäre da als zweiter Punkt Jasmins Perspektive auf unser Projekt. Die war meistens aus der Sicht des Sichernden. Denn sie hatte die etwas frustrierende Erfahrung gemacht, dass sie eine 5 kiloschwere Bohrmaschine keine Sekunde über ihrem Kopf halten kann geschweige denn ein 10cm tiefes Loch in den Felsen bohren. Ihr Stellenprofil sah darum folgendermassen aus:

Professioneller Sicherer: Armando keine Sekunde aus den Augen lassen um im Falle eines Sturzes diesen optimal abfangen zu können.

Persönlicher Berater: Armando bei diversen Entscheidungsproblemen helfen, z.B. ob er nach rechts oder links klettern soll, den Haken weiter oben setzen oder doch schon weiter unten etc.

Logistiker: Zulieferer von Material aller Art, Bohrmaschine, Spits, Expressschlingen etc. über das Materialseil

Psychologe: Stresssituationen aller Art managen. Oft musste aber Armando eher für mich Psychologe spielen, habe ich doch mein Talent für lose Steine in diesen Tagen entdeckt…

Beobachter: Egal wie vielen verantwortungsvollen Aufgaben man beim Sichern nachgeht, man hat dazwischen auch sehr viel Zeit zum Nachdenken. Also kommt man nach vielen Stunden Rumhängens auf den Gedanken, ob der, der unten sichert genau so viel leistet, wie der, der bohrt.

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4. Seillänge – 7a

Und daher hatte ich nach 20 Stunden im Stand Lust auf einen Rollentausch. Um nicht noch weiter darüber sinnieren zu müssen, welcher Wert meine Arbeit hat. Drei Haken weiter hatte ich dann die Antwort. Denn leider bohrt es sich auch mit den Anfeuerungsrufen des Partners und der Wut, weil man zu schwach ist, nicht besser, die Bohrmaschine wird nicht leichter und der Fels nicht weicher.

Da muss man dann einfach Selbstwert und Ego zur Seite stellen. Und den Kern der Sache sehen, nämlich das Routen erschliessen als Teamangelegenheit: Der eine bohrt, der andere sichert.

Letzte Seillänge

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