Zwei Wochen Klettern auf dem Wüstenfels von Wadi Rum

Der Abfahrtstermin nach Wadi Rum war bereits auf den 24. Februar festgelegt! Daher hatte ich nach meinem Aufenthalt in Katalonien Mitte Februar gerade genug Zeit, um die Fortbildung für J+S Experten zu besuchen und einige administrative Aufgaben zu erledigen.

Es war geplant zwei Wochen mit drei Freunden in der Wüste Wadi Rum zu klettern. Das Team bestand aus drei Kletterlehrern und einem Bergführer!

Trotz der hohen Temperaturen konnten wir mehrere Klassiker der Region klettern. Die prächtigen Wände der Wüste fesseln das Auge der Kletterer: Überall sieht man die logischen Linien, die von den Erstbegehern durchstiegen wurden.

In „Rum“ gibt es keine Sonntagsausflüge: man muss fast immer die Längen selbst suchen und bei den großen Klassikern muss man alles selbst ausrüsten, auch die Standplätze!

Ein Klettertag für das Üben von Mehrseillängen

Der Frühling ist da und die Kletterferien an Ostern nähern sich in schnellen Schritten. Für Philippe und Sonja war dies der perfekte Zeitpunkt, um in einem Kletterkurs die Seiltechniken des Mehrseillängen-Kletterns zu erwerben.   Zuerst wurde alles am Boden gelernt und geübt um es dann in Einseillängen zu festigen. Am Nachmittag konnten die Beiden ihre erste Mehrseillänge auf der Dalle du Tirage in La Neuveville erfolgreich durchsteigen.   Wir wünschen euch viel Freude bei der Eroberung neuer vertikaler Horizonte!

En route pour Taghia

Le Projet Maroc 2015 avait deux grands objectifs: l’ouverture du bas d’une nouvelle voie de plusieurs longueurs dans les montagnes du Rif et la réalisation d’un documentaire exposant une thématique actuelle du village berbère de Taghia.

En route pour Taghia propose une approche au village et à ses habitants diffèrent par rapport à la plus grande partie des vidéos qu’on trouve sur le web.

Il est intéressant de se poser la question, avec l’imminente construction de la route reliant Taghia au reste du monde, quelles dynamiques vont changer dans l’équilibre de la population locale…

Un grand remercîment à Arnaud Petit et Stéphanie Bodet, ainsi que les habitant du village qui nous ont accordé leurs impressions.

Bonne vision !

Zwei Wochen in der griechischen Kleinstadt Leonidio

Als wir uns entschieden unsere Weihnachtsferien in Leonidio zu verbringen, hatten wir keine Idee, was uns genau erwarten würde. Im Internet wurde gemunkelt, dass es das grösste unerschlossene Klettergebiet Europas sein könnte. Dieses Gerücht und die Aussicht auf mildes Klima, Sonne und Strand, hörte sich für uns an, als ob wir mal einen näheren Blick riskieren könnten. Wir planten unsere Reise dementsprechend ausgerichtet auf die Möglichkeit neue Routen zu erschliessen und  trotzdem viel zu klettern. Und wir wurden nicht enttäuscht…

Topos und Infos unter: Climbing Leonidio

Sektor Elona - lang, länger, am längsten...
Sektor Elona – lang, länger, am längsten…

Sektor Elona hat per sofort zwei Aufwärmrouten
Sektor Elona hat per sofort zwei Aufwärmrouten

Sektor Elona hat per sofort zwei Aufwärmrouten
Sektor Elona hat per sofort zwei Aufwärmrouten

Routenplanung beim Frühstück: Welche Mehrseillänge machen wir heute?
Routenplanung beim Frühstück: Welche Mehrseillänge machen wir heute?

Treffpunkt der Kletterer: das Panjika
Treffpunkt der Kletterer: das Panjika

Auch für die Vertikal-Liebhaber gibt es Fels!
Auch für die Vertikal-Liebhaber gibt es Fels!

Fels, Sonne und Meer, so hatten wir uns das vorgestellt.
Fels, Sonne und Meer, so hatten wir uns das vorgestellt.

Pause tut auch mal gut...aber bei der Aussicht bleibt man auch in der gemütlichen Hängematte nicht allzu lange liegen.
Pause tut auch mal gut…aber bei der Aussicht bleibt man auch in der gemütlichen Hängematte nicht allzu lange liegen.

Ganz oben

Nach den Strapazen des Routenerschliessens und Erstbegehens beschliessen wir auf dem schnellsten Wege nach Marrakech zu fahren, um entspannt mit Freunden ein paar Tage den Luxus eines Hotels zu geniessen und die Stadt zu besichtigen.

Doch der Wetterbericht hat anderes mit uns vor : Der einzig schöne Tag der Woche scheint nur 3 Tage später zu sein und den wollen wir auf dem höchsten Punkt Marokkos und Nordafrikas verbringen !

So verzichten wir auf eine vollständige Erholung und düsen am 2. März nach nur 2 Tagen in der Grossstadt Richtung Atlas.

Imlil
Imlil

In Imlil – dem Startpunkt der Skitouren – angekommen, organisieren wir uns sofort ein Maultier, um gleich noch am Nachmittag zur Hütte aufzusteigen. Unser Guide bringt unsere Skiausrüstung mit seinem Maultier bis zur Schneegrenze, dann sind wir auf uns alleine gestellt. Es beginnt ein schöner einsamer Aufstieg bis auf 3000m. In der Hütte angekommen, finden wir uns mitten unter Österreichern, Engländern und Kanadiern wieder und fühlen uns fast wie zu Hause in den Alpen.

Zustieg Toubkal Maultier
Hier ersetzen Maultiere den Sessellift

Am 3. März stehen wir dann nach weiteren 1000m Aufstieg auf dem Jbel Toubkal (4167m) bei wunderschönem Wetter.

Jbel Toubkal (4167m)
Jbel Toubkal (4167m)

Wir geniessen die Aussicht und das Gefühl ganz oben zu sein, bevor wir dann über die Couloirs der Nordseite in schönem Pulverschnee abfahren.

Die exponierteste Stelle der Tour ? Die Überquerung eines Gebirgsflusses nachdem man die Ski ausgezogen hat !

Descente Toubkal
Abfahrt über die nördlichen Couloirs

There is no I in Team

Geschafft! Wir haben vier Seillängen erschlossen. Wie geplant von unten daher verzeihe man uns den ein oder anderen Spit an der falschen Stelle oder zu viel. Was lässt sich darüber berichten?

Da wäre wahrscheinlich zuerst die Müdigkeit, die einen ab dem zweiten Tag in der Wand durchdringt und schon morgens um 07 Uhr beim jumarn an den Arbeitsplatz den Gedanken aufkommen lässt, dass es doch viel einfacher wäre, sich einen Tag Pause zu gönnen. Oder gleich ein anderes Hobby zu suchen.

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Zeit zum Träumen

Und dann wäre da als zweiter Punkt Jasmins Perspektive auf unser Projekt. Die war meistens aus der Sicht des Sichernden. Denn sie hatte die etwas frustrierende Erfahrung gemacht, dass sie eine 5 kiloschwere Bohrmaschine keine Sekunde über ihrem Kopf halten kann geschweige denn ein 10cm tiefes Loch in den Felsen bohren. Ihr Stellenprofil sah darum folgendermassen aus:

Professioneller Sicherer: Armando keine Sekunde aus den Augen lassen um im Falle eines Sturzes diesen optimal abfangen zu können.

Persönlicher Berater: Armando bei diversen Entscheidungsproblemen helfen, z.B. ob er nach rechts oder links klettern soll, den Haken weiter oben setzen oder doch schon weiter unten etc.

Logistiker: Zulieferer von Material aller Art, Bohrmaschine, Spits, Expressschlingen etc. über das Materialseil

Psychologe: Stresssituationen aller Art managen. Oft musste aber Armando eher für mich Psychologe spielen, habe ich doch mein Talent für lose Steine in diesen Tagen entdeckt…

Beobachter: Egal wie vielen verantwortungsvollen Aufgaben man beim Sichern nachgeht, man hat dazwischen auch sehr viel Zeit zum Nachdenken. Also kommt man nach vielen Stunden Rumhängens auf den Gedanken, ob der, der unten sichert genau so viel leistet, wie der, der bohrt.

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4. Seillänge – 7a

Und daher hatte ich nach 20 Stunden im Stand Lust auf einen Rollentausch. Um nicht noch weiter darüber sinnieren zu müssen, welcher Wert meine Arbeit hat. Drei Haken weiter hatte ich dann die Antwort. Denn leider bohrt es sich auch mit den Anfeuerungsrufen des Partners und der Wut, weil man zu schwach ist, nicht besser, die Bohrmaschine wird nicht leichter und der Fels nicht weicher.

Da muss man dann einfach Selbstwert und Ego zur Seite stellen. Und den Kern der Sache sehen, nämlich das Routen erschliessen als Teamangelegenheit: Der eine bohrt, der andere sichert.

Letzte Seillänge

Warning: For Speleologist’s only

Es regnet. Seit drei Tagen ohne Unterbrechung. Wir haben aufgeräumt, gelesen und vor allem diskutiert, ob es sich lohnt zu warten. Am vierten Tag haben wir genug davon auf das für den nächsten Tag angekündigte schöne Wetter zu warten. Also entscheiden wir uns zumindest die erste Länge zu klettern, welche schon erschlossen und mit 6a bewertet ist. Auch können wir somit unseren Arbeitsplatz für die kommenden Tage einrichten und ein Fixseil platzieren.

Das war alles nass! 

Gesagt getan. Wie erwartet trieft die Wand aus allen Poren, doch zumindest der Regen beruhigt sich etwas und hört schliesslich auf. Und obwohl wir jetzt nicht gerade jeden Tag auf nassem Fels klettern möchten, macht es uns nach drei Tagen „Fossil spielen“ recht Spass und wir fühlen uns wie Speleologen in einer Grotte aus Sintern, Löchern und tropfenden Rinnen.

Stand der 6a 

Marokkanische Küche

Diesen Morgen sind es nicht die ersten Sonnenstrahlen, die uns wecken, sondern ein starker Sturm. Archibald unser Bus wackelt bedenklich und so ist nicht mehr an Schlafen zu denken. Wir entscheiden uns den Tag mit einem guten Kaffee (italienisch!) zu starten.

Doch was ist das? Unser Gas möchte nicht mit uns aufstehen und weigert sich beharrlich das Feuer anzumachen. Lasst uns dies schnell in einer logischen Formel demonstrieren: Kein Gas > kein Feuer. Kein Feuer > kein Kaffee (italienisch!). Kein Kaffee (italienisch!) > der Tag ist verloren.

Um also den Tag zu retten, versuchen wir schnell durch ein komplettes Auseinander- und Zusammenbauen der Küche das Problem ausfindig zu machen. Leider ist unsere Küche kein Computer und blosses Aus- und Anschalten bewirkt rein gar nichts. So geben wir auf und entscheiden uns missmutig in die nächste Stadt Chefchaouèn zu fahren und nach einer Alternative zu suchen.

Dort angekommen haben wir schnell Campinggas gefunden, leider ohne Zubehör. Dieses suchen wir dann die nächsten 6 Stunden ohne Erfolg. Nass bis auf die Knochen und müde wollen wir die Mission gerade abbrechen, als ein Mann mit Kapuzenmantel uns seine Hilfe anbietet. Eine weitere Stunde vergeht, die wir durch scheinbar zielloses Hinterherlaufen vergeuden, als Mister Kapuze plötzlich anhält und uns stolz etwas vorführt, welches an einen Campingkocher im Maxi-Format erinnert!

Und um 21:07Uhr weihen wir glücklich unsere marokkanische Küche ein: es ist Zeit für einen Kaffee (italienisch!).

Mister Kapuze

 

 

Marokkanische Küche 

Endlich Fels

Noch ein letzter Zug und es ist geschafft. Armando klippt den Umlenker einer Route, die laut Felsbemalung 7b+ vorgibt, laut Topo-A 7c und laut Topo-B 8a. Zwar durften sich die hohen Wände Caiats schon über ebenso hohen Besuch aus Amerika freuen, das Sportklettern steckt hier aber trotzdem noch mitten in der Entwicklung.

7b, 7c oder 8a?

So auch der gastfreundliche Hotelbesitzer und Dorfmanager Abdul, der gerade seine Traum-Herberge baut. Für uns kommt das sehr gelegen, denn wir können ohne weiteres auf seiner Baustelle parken. Wir geniessen die ersten Tage in herrlich warmer Sonne mit Klettern, Explorieren und marokkanischem Tee. Das Leben kann so einfach sein!

Endlich Fels