Zwei Wochen Klettern auf dem Wüstenfels von Wadi Rum

Der Abfahrtstermin nach Wadi Rum war bereits auf den 24. Februar festgelegt! Daher hatte ich nach meinem Aufenthalt in Katalonien Mitte Februar gerade genug Zeit, um die Fortbildung für J+S Experten zu besuchen und einige administrative Aufgaben zu erledigen.

Es war geplant zwei Wochen mit drei Freunden in der Wüste Wadi Rum zu klettern. Das Team bestand aus drei Kletterlehrern und einem Bergführer!

Trotz der hohen Temperaturen konnten wir mehrere Klassiker der Region klettern. Die prächtigen Wände der Wüste fesseln das Auge der Kletterer: Überall sieht man die logischen Linien, die von den Erstbegehern durchstiegen wurden.

In „Rum“ gibt es keine Sonntagsausflüge: man muss fast immer die Längen selbst suchen und bei den großen Klassikern muss man alles selbst ausrüsten, auch die Standplätze!

Drei Wochen warten auf die Fiesta de los Biceps

Seit Jasmin vor ein paar Jahren Bilder aus der Route Fiesta de los Biceps gesehen hatte, stand diese Route auf der „Climb to do in my life“-Liste. Demnach war unser Plan für den Trip, das Basecamp in Siurana aufzuschlagen und bei einem anhaltend guten Wetterfenster Richtung Riglos aufzubrechen.

Die Ankunft in Spanien war genau wie wir es uns vorgestellt hatten: Die Sonne lachte in unser Gesicht, die Vögel weckten uns morgens mit ihrem Gezwitscher und die ersten Kirschblüten trauten sich aus ihren Knospen.

Angekommen im Dorf von Cornudella del Montsant verbrachten wir einige Tage mit Sportklettern in dem Glauben, dass wir ja noch genügend Zeit während unseres Aufenthalts zur Verfügung hätten. Doch schon nach 4 Tagen änderte sich die Wetterprognose von sonnig auf regnerisch und dann von regnerisch auf frostig. Kein Grund zur Panik dachten wir uns, denn wir hatten in den ersten Tagen ordentlich Haut und Kraft gelassen und freuten uns auf 1 oder 2 Ruhetage. Zum Glück hatten Bekannte von uns den Tipp mit dem Thermalbad gegeben, welches uns als idealer Ort für die Wetterprognose erschien. Nach einigem Suchen und Fragen erreichten wir das Thermalbad von Selva del Camp. Es entpuppte sich schnell als Klettertreff der Schlechtwettertage und wir pendelten stundenlang genüsslich zwischen den verschieden temperierten Wasserbecken und Saunen hin und her, wo wir so allerhand neue internationale Kletterbekanntschaften machten.

So verging die Zeit bis wir uns die Frage stellen mussten, ob wir überhaupt noch einen einigermassen warmen Tag für die Fiesta de los biceps finden würden. Kalte Nächte, vereiste Scheiben, eine Gasheizung am Limit ihrer Heizkraft, die eisige Luft und ein noch eisigerer Wind liess unsere Motivation auf Klettern von Tag zu Tag kleiner werden und zeitweise spielten wir auch mit dem Gedanken, wir könnten doch einfach nach Hause fahren. Doch dann tauchte im Wetterbericht plötzlich ein Temperaturanstieg auf, welcher sein erstes Hoch am Tag unserer Abreise verzeichnete. Etwas skeptisch aber doch mit einem Funken Hoffnung begannen wir zu planen, ob es möglich war an diesem schönen Tag die klassische Route „Fiesta de los biceps“ zu klettern und pünktlich zur Masterverleihung von Armando in Fribourg zu sein. Da die Route stark überhängt, sollte der angekündigte Regen am Vortag keine allzu grosse Rolle spielen und den Ausstieg trauten wir uns auch unter nassen Bedingungen zu.

Also waren alle weiteren Diskussionen überflüssig, wir würden es versuchen und im schlimmsten Falle eben 2 Klettertage in Siurana „vergeudet“ haben.

Der Tag der Tage rückte näher und der Wetterbericht blieb stabil bei seiner Ankündigung des schönen Tages X. Jetzt hiess es den Regen auszusitzen und zum hundertsten Mal den schönen Text im Buch „Parois de Légendes“ von Arnaud Petit zu lesen: „Traumhafte Seillängen für alle, die es schaffen, trotz des fragwürdigen Konglomerat-Gesteins entspannt zu klettern.“

Nach einer ruhigen und vor allem warmen Nacht waren wir mit den ersten Sonnenstrahlen auch die ersten, welche in die Route einstiegen. Im Hinterkopf hatten wir noch den letzten Satz aus Arnauds Buch: „Um seine Ausdauer nicht gleich in der ersten Länge durch panisches Festhalten zu vergeuden hilft es vielleicht an die Solobegehung des Kletterers Carlos Garcia im Jahr 1989 zu denken.“

Doch wir brauchten uns gar nicht so sehr auf das Entspannen konzentrieren, denn die Kletterei ist durchweg homogen und schon nach ein paar Metern fällt man in einen meditativen Flow, in dem nur die Bewegung zählt, das Wandern von Griff zu Griff und das Eintauchen in das Meer aus Klötzen und Würfeln.

Für alle, die in diesem atemraubenden Ambiente einmal klettern wollen, dürfen uns gerne kontaktieren. Wir freuen uns, Euch die schönen Touren zu zeigen. Das Niveau für die klassische Route „Moskitos“ ist mit 5c/6a obligatorisch sicherlich für viele zugänglich. Wer 6b oder mehr klettert, wird mit uns auf jeden Fall auch einen Blick in die Fiesta de los biceps oder Zulu Demente werfen.

3 Wochen Red River Gorge

Die Red River Gorge zählt zu den Top-Spots für die Herbsttage. Schön, dass Jasmin und zwei Freundinnen dieses Jahr 3 Wochen Zeit hatten, um sie sich näher anzuschauen. Es hat sich mehr als gelohnt! Einige Tips:
  • Schlafe nicht in deinem Auto auf dem Flughafengelände, die Cops werden dich finden, egal wo du dich aufhältst! Bevorzuge lieber einen Hotelparkplatz.
  • Kaufe nicht mit Jetlag aber ohne Einkaufsliste ein. Du könntest Dich mit interessanten Dingen wiederfinden.
  • Die Autos hupen, wenn sie abgeschlossen werden. Nicht erschrecken!
  • Die Pizza bei Miguel ist tatsächlich sehr gut. („wenig Käse“ und „normal gebacken“ kommt sogar sehr nah an die Pizza in der Schweiz)
  • Alles ist Big Size. Wirklich alles. Also auch die Wegbeschreibungen. Ein Marsch von 40 Minuten wirst du locker in 20 schaffen. Und eine sehr steile Leiter entspricht demnach einer flachen Treppe.
  • Nehme mindestens 3 Set Friends mit. Vergiss nicht auch 1-2 sehr grosse einzupacken. Es gibt auch Big Sized Cracks in der Red River Gorge.
  • Vielleicht wirst du vom Sport- zum Trad-Kletterer. Zumindest für die Zeit dort drüben. Aber nur vielleicht.
Bilder aus der Red River Gorge gibt’s nun noch hier:

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Nach einem disziplinierten Wintertraining mit Jasmin, wollten Christian und Kathrin ihre persönlichen Traumrouten klettern. Christian hatte sich schon seit langem die Alhambra ausgesucht und Kathrin war die Quarzader ins Auge gestochen. Da beide Mehrseillängen in Ponte Brolle zu finden sind, sollte es ein Pärchenausflug werden:

Der Sonntag Abend wurde für die gemeinsame Anreise und einem leckeren Essen im Hotel Cristallina genutzt. Bei den schon recht sommerlichen Temperaturen entschieden wir uns für einen frühen Aufbruch und so stiegen Christian mit Armando und Kathrin mit Jasmin um 05h45 in jeweils ihre Routen ein.

Das Frauenteam war pünktlich mit dem ersten Sonnenstrahl um 11h am Gipfel und konnte um 12h30 ein erfrischendes Bad in der Maggia nehmen.

Aber auch das Männerteam holte sich nur wenig später den Gipfel und so wurde um 15h30 in der Grotto da Enzo auf den schönen Tag angestossen!

Wir freuen uns mit den beiden über den unvergesslichen Tag!

Kletterwochenende im Tessin – Sport UNIFR

Vom 5. bis 7. Mai war Armando mit Studierenden der Uni Fribourg im Tessin unterwegs. Der Plan in den Denti della Vecchia klettern zu gehen wurde durch die Wettervorhersage komplett über den Haufen geworfen. Zum Glück findet sich im Tessin immer genügend trockener Fels und so begann das Wochenende im Sektor Balladrum mit wunderschöner Aussicht auf den Locarnosee. Trotz Regen am Samstag war die Gruppe gierig auf Fels, sodass Russo die geeignete Lösung war. Hier wurde den ganzen Tag über fleissig für Sonntag geübt: Das Klettern der ersten Mehrseillängen-Route auf der Platte von Tegna. Wir gratulieren zum „Gipfelerfolg“ !

Ein Klettertag für das Üben von Mehrseillängen

Der Frühling ist da und die Kletterferien an Ostern nähern sich in schnellen Schritten. Für Philippe und Sonja war dies der perfekte Zeitpunkt, um in einem Kletterkurs die Seiltechniken des Mehrseillängen-Kletterns zu erwerben.   Zuerst wurde alles am Boden gelernt und geübt um es dann in Einseillängen zu festigen. Am Nachmittag konnten die Beiden ihre erste Mehrseillänge auf der Dalle du Tirage in La Neuveville erfolgreich durchsteigen.   Wir wünschen euch viel Freude bei der Eroberung neuer vertikaler Horizonte!

Kletterferien in Leonidio

Vom 26.12.2016 bis zum 01.01.2017 war Armando mit einer kleinen Gruppe Tessiner und Romands an den wunderschönen griechischen Felsen von Leonidio unterwegs.

Voll motiviert wurde jeder Tag fürs Klettern genutzt und auch starke Temperaturschwankungen hielt die Gruppe nicht davon ab… Egal ob in der typischen griechischen Sonne oder in schweizerähnlichen Schneefällen, es wurde für jede Wettersituation der passende Fels gefunden !

Wir sehen uns für die zweite Auflage der unvergesslichen Weihnachtferien in der Vertikalen Ende 2017, wieder in Zusammenarbeit mit Grimper.ch SA !

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Ein Jahr Training – vom Projektieren zum Onsight-Klettern

Bevor ich mich für die Ausbildung zur eidgenössisch geprüften Kletterlehrerin entschied, beschränkte sich mein privates Kletterleben auf das Klettern am Fels. Dabei faszinierte mich vor allem das Projektieren von Routen über meinem Onsight-Niveau. Das Onsight-Klettern blieb somit weitgehend aussen vor, von Routen zum Einklettern oder in Mehrseillängen abgesehen. Ich betrachtete jedoch mein Talent in diesem Bereich als eher beschränkt und somit machte es mir auch wenig Spass.

Nun sollte ich für die Ausbildung genau diese Herausforderung meistern, die ich bis dahin oft gemieden hatte: das Onsight-Klettern einer Route in der Halle, die in einem Niveau lag, welches ich bis zu diesem Zeitpunkt in der Halle noch nicht einmal mit geduldigem Projektieren bewältigen konnte.

Der Zeitplan war gesetzt: ich hatte ein Jahr Zeit und ich wollte dieses investieren, um mein Ziel zu erreichen. Wie ich dieses optimal genutzt habe und vor allem was ich gelernt habe erfährst du hier:

Felsklettern

Natürlich war meine grosse Angst, dass ich Projekte am Fels für ein Jahr vergessen müsste. Ich stellte jedoch schnell fest, dass Klettern am Fels gar nicht so schlecht war, um das Training zu variieren.

Ich hole mir professionelle Hilfe

Zu Anfang arbeitete ich 90% im Büro und gab noch zusätzlich Kletterkurse, wodurch meine Kapazität mich um mein Training zu kümmern recht gering war. Ausserdem hatte ich noch nie trainiert und wusste nicht so recht, wo anfangen. Daher war meine erste Aufgabe mir jemanden zu suchen, der mich in Sachen Trainingsplan unterstützte. So konnte ich meine Konzentration auf das Training verwenden und darauf vertrauen, dass der Inhalt des Plans mich in Richtung meines Ziels brachte.

Training als Termin

Manchmal war ich müde und wollte nur einen ruhigen Abend zu Hause verbringen. Um mich zum Training vor allem nach langen Arbeitstagen zu motivieren, habe ich feste Trainingstermine mit meiner Trainingspartnerin in meinem Kalender eingetragen. Dies half mir mich zum Training zu motivieren, denn die Freundin wollte ich auf keinen Fall hängen lassen. Oft ging ich auch direkt von der Arbeit in die Kletterhalle um nicht auf dem Weg über mein Bett zu stolpern.

Klettern, was Spass macht

Den Spass und der Glaube an die Sache nicht zu verlieren ist manchmal gar nicht so leicht. Daher muss es immer erlaubt sein, den Trainingsplan auch einmal über den Haufen zu werfen und drauf los zu klettern. Denn soll man sich für Klimmzüge überreden, wenn es gerade viele spannende neue Boulderprobleme zu lösen gilt? Meine Regel bestand in einer solchen Situation oft aus einem Kompromiss: Klettern, was Spass macht ist erlaubt, aber das Krafttraining wird dann nachgeholt… Und neue Boulder hiess in meinem Fall ja auch neue Erfahrungen im Onsight-Klettern, somit war das Training ja nicht wirklich verschenkt.

Pause machen

Nicht das Training macht dich stärker sondern die Pause danach! Was einfach klingt, ist recht kompliziert, wenn man das Gefühl hat, dass die Zeit rennt und es noch so viele Dinge gibt, die man lernen sollte. Denn gerade das Onsight-Klettern gilt als schwierigster Begehungsstil einer Route und es braucht neben genügend Kraftausdauer auch eine ganze Menge an verschiedener Bewegungserfahrungen, Taktik und Selbstvertrauen. Während dem Jahr habe ich aber gelernt auf meinen Körper zu hören und mir Pausen zu gönnen. Sobald ich merkte, dass ich mich zwischen den Trainings nicht mehr richtig erholen konnte, habe ich eine längere Kletter-Pause gemacht oder den Trainingsinhalt angepasst.

Die richtige Zielsetzung

Wenn ich an meinen Schwächen arbeitete, war das Frustrationspotenzial oft sehr hoch. Daher war es mir wichtig, dass ich ein Ziel hatte, welches mein Selbstvertrauen stärkte. Ein solches Ziel lautete zum Beispiel „Bei jeder Trainingsaufgabe alles geben“. Zur Überprüfung stellte ich mir folgende Frage: Wie bewerte ich mein Commitment für die Aufgabe auf einer Skala von 1 bis 10? Konnte ich die Frage mit „10“ beantworten, so hatte ich mein Ziel erreicht.

Mentales Training

Ich kann nicht behaupten, dass mein Jahr nicht auch von Phasen des Zweifelns geprägt war. Die Prüfung rückte immer näher und ich war immer noch nicht in der Lage das geforderte Niveau zu klettern oder zumindest eine konstante Trainingsleistung zu erzielen. Meine Hände wurden schwitzig und mein Herz fing an zu klopfen, wenn ich an die Prüfung dachte und daran, wie vielen Menschen ich erklären müsste, dass ich es nicht geschafft habe. Als meine Nervosität an ihrem Höhepunkt angekommen war, begann ich die Inhalte meines Psychologiestudiums auszugraben, um meine Trainings mit mentalen Techniken wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Prüfungsvorbereitung

Die letzten Wochen verbrachte ich damit, die Prüfung vorzubereiten. Dabei fokussierte ich vor allem auf die Dinge, die ich kontrollieren konnte, wie zum Beispiel das richtige Aufwärmen am Prüfungstag. Dies half mir in zweierlei Weise: Zum einen entwickelte ich ein Gespür für die richtigen Übungen während dem Aufwärmen. Zum anderen stärkte es aber auch mein Selbstvertrauen. Ich erkannte, dass mich die erste Prüfungsroute optimal auf die zweite vorbereitete, sollte ich nicht genug aufgewärmt sein.

Nach unzähligen Trainingsstunden war es dann soweit: Der Prüfungstag war da. Die Spannung über das Resultat habe ich mir und all meinen Unterstützern bis zum Ende aufgehoben. Das geforderte Niveau habe ich nämlich erst am Tag selbst geklettert.

Gros Mont, 7b+ Foto: Daniel Rebetez
Gros Mont, 7b+ Foto: Daniel Rebetez

Bist du in einer ähnlichen Situation? Du hast ein Ziel, aber weißt nicht so recht wie du dahin kommst? Gerne unterstütze ich dich dabei. Schreib mir einfach eine Email. Ich freue mich auf deine Geschichte!

Liebe Grüsse,

Deine Jasmin

PS: Übrigens ist für mich die Bereitschaft zu Lernen eine der wichtigsten Voraussetzungen für Erfolg. Schlecht im Onsight-Klettern war ich wahrscheinlich nie, ich hatte mir nur keine Chance gegeben, es zu lernen.

Erster Kletterkurs Fortgeschrittene im SAC Tessin

Vergangenes Wochenende konnten wir trotz instabiler Wetterlage den ersten Teil des Kletterkurses Fortgeschrittene für den SAC Tessin erfolgreich durchführen.

Am ersten Tag lag der Schwerpunkt auf spezifischen Technikübungen, um auf den schönen Tessiner Gneisplatten sein Gleichgewicht zu finden. Der zweite Tag führte uns nach Sobrio, wo wir uns weiter der Fusstechnik widmeten aber auch verschiedenen Taktiken studierten, wie man sich bei winterlichen Bedingungen warm halten kann. Das Lagerfeuer und der Kaffee war hier Programm!

Wir freuen uns auf das zweite Wochenende in zwei Wochen.

Und hier einige Impressionen, die strahlenden Gesichter sagen alles…