Herbst 2018: Km Klettern auf Kalkstein, Granit und Sandstein

Von Ende September bis Mitte Dezember 2018 reisten wir zum zweiten Mal nach Marokko, in das Berberdorf Taghia. Der Ruf dieser fantastischen Wände ermöglichte es uns, zwei Wochen lang bei gutem Wetter und wenig Regen an den großen Klassikern zu verbringen! Obwohl die Straße von Zaouiat Ahansal nach Taghia noch im Bau ist, ist das Dorf nur zu Fuß erreichbar. Ein paar Tage vor unserer Ankunft zerstörte ein starker Sturm einen Großteil der geleisteten Arbeit….. Wer weiß, ob die Straße jemals fertig wird? Nach einer kurzen Rückkehr ins Tessin sind wir in die Vereinigten Staaten von Amerika aufgebrochen. Die erste Station war der mythische Yosemite Nationalpark. Es war nicht einfach, sich von den kleinen scharfen Leisten in Taghia auf die rutschigen Risse in diesen riesigen Granitwänden umzustellen. In Indian Creek haben wir uns dann weiter an den Stil des schmerzhaften Klemmens gewöhnt bis es sogar anfing Spass zu machen! Von dort aus ging die Reise weiter mit einem kurzen Zwischenstopp in Zion, gefolgt von einigen Tagen in der Red Rocks Conservation Area nahe Las Vegas. Die letzte Station war Joshua Tree, wo sich alle in den letzten Monaten erlernten Techniken als sehr nützlich erwiesen haben. Hier sind einige Eindrücke von den unzähligen Tagen an der Wand!

Zwei Wochen Klettern auf dem Wüstenfels von Wadi Rum

Der Abfahrtstermin nach Wadi Rum war bereits auf den 24. Februar festgelegt! Daher hatte ich nach meinem Aufenthalt in Katalonien Mitte Februar gerade genug Zeit, um die Fortbildung für J+S Experten zu besuchen und einige administrative Aufgaben zu erledigen.

Es war geplant zwei Wochen mit drei Freunden in der Wüste Wadi Rum zu klettern. Das Team bestand aus drei Kletterlehrern und einem Bergführer!

Trotz der hohen Temperaturen konnten wir mehrere Klassiker der Region klettern. Die prächtigen Wände der Wüste fesseln das Auge der Kletterer: Überall sieht man die logischen Linien, die von den Erstbegehern durchstiegen wurden.

In „Rum“ gibt es keine Sonntagsausflüge: man muss fast immer die Längen selbst suchen und bei den großen Klassikern muss man alles selbst ausrüsten, auch die Standplätze!

Drei Wochen warten auf die Fiesta de los Biceps

Seit Jasmin vor ein paar Jahren Bilder aus der Route Fiesta de los Biceps gesehen hatte, stand diese Route auf der „Climb to do in my life“-Liste. Demnach war unser Plan für den Trip, das Basecamp in Siurana aufzuschlagen und bei einem anhaltend guten Wetterfenster Richtung Riglos aufzubrechen.

Die Ankunft in Spanien war genau wie wir es uns vorgestellt hatten: Die Sonne lachte in unser Gesicht, die Vögel weckten uns morgens mit ihrem Gezwitscher und die ersten Kirschblüten trauten sich aus ihren Knospen.

Angekommen im Dorf von Cornudella del Montsant verbrachten wir einige Tage mit Sportklettern in dem Glauben, dass wir ja noch genügend Zeit während unseres Aufenthalts zur Verfügung hätten. Doch schon nach 4 Tagen änderte sich die Wetterprognose von sonnig auf regnerisch und dann von regnerisch auf frostig. Kein Grund zur Panik dachten wir uns, denn wir hatten in den ersten Tagen ordentlich Haut und Kraft gelassen und freuten uns auf 1 oder 2 Ruhetage. Zum Glück hatten Bekannte von uns den Tipp mit dem Thermalbad gegeben, welches uns als idealer Ort für die Wetterprognose erschien. Nach einigem Suchen und Fragen erreichten wir das Thermalbad von Selva del Camp. Es entpuppte sich schnell als Klettertreff der Schlechtwettertage und wir pendelten stundenlang genüsslich zwischen den verschieden temperierten Wasserbecken und Saunen hin und her, wo wir so allerhand neue internationale Kletterbekanntschaften machten.

So verging die Zeit bis wir uns die Frage stellen mussten, ob wir überhaupt noch einen einigermassen warmen Tag für die Fiesta de los biceps finden würden. Kalte Nächte, vereiste Scheiben, eine Gasheizung am Limit ihrer Heizkraft, die eisige Luft und ein noch eisigerer Wind liess unsere Motivation auf Klettern von Tag zu Tag kleiner werden und zeitweise spielten wir auch mit dem Gedanken, wir könnten doch einfach nach Hause fahren. Doch dann tauchte im Wetterbericht plötzlich ein Temperaturanstieg auf, welcher sein erstes Hoch am Tag unserer Abreise verzeichnete. Etwas skeptisch aber doch mit einem Funken Hoffnung begannen wir zu planen, ob es möglich war an diesem schönen Tag die klassische Route „Fiesta de los biceps“ zu klettern und pünktlich zur Masterverleihung von Armando in Fribourg zu sein. Da die Route stark überhängt, sollte der angekündigte Regen am Vortag keine allzu grosse Rolle spielen und den Ausstieg trauten wir uns auch unter nassen Bedingungen zu.

Also waren alle weiteren Diskussionen überflüssig, wir würden es versuchen und im schlimmsten Falle eben 2 Klettertage in Siurana „vergeudet“ haben.

Der Tag der Tage rückte näher und der Wetterbericht blieb stabil bei seiner Ankündigung des schönen Tages X. Jetzt hiess es den Regen auszusitzen und zum hundertsten Mal den schönen Text im Buch „Parois de Légendes“ von Arnaud Petit zu lesen: „Traumhafte Seillängen für alle, die es schaffen, trotz des fragwürdigen Konglomerat-Gesteins entspannt zu klettern.“

Nach einer ruhigen und vor allem warmen Nacht waren wir mit den ersten Sonnenstrahlen auch die ersten, welche in die Route einstiegen. Im Hinterkopf hatten wir noch den letzten Satz aus Arnauds Buch: „Um seine Ausdauer nicht gleich in der ersten Länge durch panisches Festhalten zu vergeuden hilft es vielleicht an die Solobegehung des Kletterers Carlos Garcia im Jahr 1989 zu denken.“

Doch wir brauchten uns gar nicht so sehr auf das Entspannen konzentrieren, denn die Kletterei ist durchweg homogen und schon nach ein paar Metern fällt man in einen meditativen Flow, in dem nur die Bewegung zählt, das Wandern von Griff zu Griff und das Eintauchen in das Meer aus Klötzen und Würfeln.

Für alle, die in diesem atemraubenden Ambiente einmal klettern wollen, dürfen uns gerne kontaktieren. Wir freuen uns, Euch die schönen Touren zu zeigen. Das Niveau für die klassische Route „Moskitos“ ist mit 5c/6a obligatorisch sicherlich für viele zugänglich. Wer 6b oder mehr klettert, wird mit uns auf jeden Fall auch einen Blick in die Fiesta de los biceps oder Zulu Demente werfen.

3 Wochen Red River Gorge

Die Red River Gorge zählt zu den Top-Spots für die Herbsttage. Schön, dass Jasmin und zwei Freundinnen dieses Jahr 3 Wochen Zeit hatten, um sie sich näher anzuschauen. Es hat sich mehr als gelohnt! Einige Tips:
  • Schlafe nicht in deinem Auto auf dem Flughafengelände, die Cops werden dich finden, egal wo du dich aufhältst! Bevorzuge lieber einen Hotelparkplatz.
  • Kaufe nicht mit Jetlag aber ohne Einkaufsliste ein. Du könntest Dich mit interessanten Dingen wiederfinden.
  • Die Autos hupen, wenn sie abgeschlossen werden. Nicht erschrecken!
  • Die Pizza bei Miguel ist tatsächlich sehr gut. („wenig Käse“ und „normal gebacken“ kommt sogar sehr nah an die Pizza in der Schweiz)
  • Alles ist Big Size. Wirklich alles. Also auch die Wegbeschreibungen. Ein Marsch von 40 Minuten wirst du locker in 20 schaffen. Und eine sehr steile Leiter entspricht demnach einer flachen Treppe.
  • Nehme mindestens 3 Set Friends mit. Vergiss nicht auch 1-2 sehr grosse einzupacken. Es gibt auch Big Sized Cracks in der Red River Gorge.
  • Vielleicht wirst du vom Sport- zum Trad-Kletterer. Zumindest für die Zeit dort drüben. Aber nur vielleicht.
Bilder aus der Red River Gorge gibt’s nun noch hier:

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Nach einem disziplinierten Wintertraining mit Jasmin, wollten Christian und Kathrin ihre persönlichen Traumrouten klettern. Christian hatte sich schon seit langem die Alhambra ausgesucht und Kathrin war die Quarzader ins Auge gestochen. Da beide Mehrseillängen in Ponte Brolle zu finden sind, sollte es ein Pärchenausflug werden:

Der Sonntag Abend wurde für die gemeinsame Anreise und einem leckeren Essen im Hotel Cristallina genutzt. Bei den schon recht sommerlichen Temperaturen entschieden wir uns für einen frühen Aufbruch und so stiegen Christian mit Armando und Kathrin mit Jasmin um 05h45 in jeweils ihre Routen ein.

Das Frauenteam war pünktlich mit dem ersten Sonnenstrahl um 11h am Gipfel und konnte um 12h30 ein erfrischendes Bad in der Maggia nehmen.

Aber auch das Männerteam holte sich nur wenig später den Gipfel und so wurde um 15h30 in der Grotto da Enzo auf den schönen Tag angestossen!

Wir freuen uns mit den beiden über den unvergesslichen Tag!

Kletterwochenende im Tessin – Sport UNIFR

Vom 5. bis 7. Mai war Armando mit Studierenden der Uni Fribourg im Tessin unterwegs. Der Plan in den Denti della Vecchia klettern zu gehen wurde durch die Wettervorhersage komplett über den Haufen geworfen. Zum Glück findet sich im Tessin immer genügend trockener Fels und so begann das Wochenende im Sektor Balladrum mit wunderschöner Aussicht auf den Locarnosee. Trotz Regen am Samstag war die Gruppe gierig auf Fels, sodass Russo die geeignete Lösung war. Hier wurde den ganzen Tag über fleissig für Sonntag geübt: Das Klettern der ersten Mehrseillängen-Route auf der Platte von Tegna. Wir gratulieren zum „Gipfelerfolg“ !

Ein Klettertag für das Üben von Mehrseillängen

Der Frühling ist da und die Kletterferien an Ostern nähern sich in schnellen Schritten. Für Philippe und Sonja war dies der perfekte Zeitpunkt, um in einem Kletterkurs die Seiltechniken des Mehrseillängen-Kletterns zu erwerben.   Zuerst wurde alles am Boden gelernt und geübt um es dann in Einseillängen zu festigen. Am Nachmittag konnten die Beiden ihre erste Mehrseillänge auf der Dalle du Tirage in La Neuveville erfolgreich durchsteigen.   Wir wünschen euch viel Freude bei der Eroberung neuer vertikaler Horizonte!

Kletterferien in Leonidio

Vom 26.12.2016 bis zum 01.01.2017 war Armando mit einer kleinen Gruppe Tessiner und Romands an den wunderschönen griechischen Felsen von Leonidio unterwegs.

Voll motiviert wurde jeder Tag fürs Klettern genutzt und auch starke Temperaturschwankungen hielt die Gruppe nicht davon ab… Egal ob in der typischen griechischen Sonne oder in schweizerähnlichen Schneefällen, es wurde für jede Wettersituation der passende Fels gefunden !

Wir sehen uns für die zweite Auflage der unvergesslichen Weihnachtferien in der Vertikalen Ende 2017, wieder in Zusammenarbeit mit Grimper.ch SA !

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